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BLOG #1 Wer bin ich überhaupt?


Ich bin in Bangkok geboren und in Wien aufgewachsen. Lange genug, um wienerisch sprechen zu lernen und selbstbewusst genug, meinen Laden KRAMURI zu nennen. Ich bin noch keine 40 Jahre alt und habe nicht vor in die Midlife-Crisis zu kommen. In der war ich vielleicht schon. Denn ich überlegte lange nach meinen Dreißigern, wie ich am besten aus meinem Angestelltenverhältnis aussteigen kann. Jedoch nicht, nach dem Motto : "Wir brauchen nur Luft und die Liebe zum Leben". Tatsächlich brauchen wir viel Liebe, aber in meinem Fall war es, eine angenehme Vorstellung wo ich Arbeit und Familie vereinbaren kann und nicht das Ziel hatte, so schnell wie möglich in Pension zu gehen, sondern eigentlich solange ich möchte (und die Kraft dazu habe) weiter zu arbeiten.



Nach der Pandemie, wurde die Work-Life-Balance geboren. Die Arbeitgeber rollen die Augen und die meisten Menschen wünschen sich diese Balance immer mehr. Erfolg im Gleichgewicht mit Selbstverwirklichung im Privat- und Berufsleben. Ich wollte für meine beiden Kinder präsent sein, denn es ist absehbar, dass sie uns Eltern, dann nicht mehr so aktiv brauchen. Natürlich wollte ich mich verwirklichen und meinem Leben mehr Sinn geben. Den Büroalltag vermisse ich überhaupt nicht. Soziale Kontakte finde ich hier durch unterschiedliche Menschen in meinem Grätzl, Social Media, Networking und selbstverständlich durch meine Kunden.

Auch die Ruhe genieße ich in meinem Laden sehr. Klar, geht das nicht den ganzen Tag, denn Kramuri überlebt nur, wenn mich nette Kunden besuchen kommen. Sonst bin ich wohl doch schneller in der nächsten Midlife-Crisis als gedacht (bin mir nämlich sicher, dass wir mehrere Krisen haben, wie die Trotzphasen der Kinder, die anfängt und schubweise kommt und gefühlt nie aufhört).



Was ist KRAMURI eigentlich?


Zwar oft gefragt, aber es ist nichts Japanisches. Kramuri ist ein anderes Wort für Krimskrams, aber auch Gerümpel. Es ist ein umgangssprachlich österreichisches Wort und wird vermutlich sogar aussterben.

„Klumpert“, hätte wohl meine wienerische Oma gesagt. Das ist jetzt aber doch etwas negativ behaftet?! Na ich hoffe jedenfalls, dass ihr wenn dann nur schönes Klumpert bei mir findet.


Wie vorhin bereits erwähnt, bin ich ganz woanders geboren und im 10. Gemeindebezirk mit einer wienerischen Oma aufgewachsen. Sie hat sich um meinen Bruder und mich gekümmert, während meine Eltern arbeiten waren. Ja, den Luxus halte ich meinen Eltern immer noch vor, dass sie damals viel Hilfe von meiner Oma hatten und unsereins, darf sich allein mit Kind und Arbeit durchschlagen. Zumindest ist es bei mir so. Ich habe nicht unbedingt jemanden aus der Familie, die spontan mal auf meine Kinder aufpassen können. Sowas muss halt lange vorher geplant werden. Aber so ist es eben, denn wir haben uns ja schließlich dazu entschlossen Kinder in die Welt zu setzen. Trotzdem habe ich keine Skrupel es ihnen immer wieder vorzuhalten.

Jedenfalls war meine Oma nicht eine klassische Oma wie im Bilderbuch. Sie kochte uns regelmäßig gutes Essen, lehrte uns andere zu grüßen und machte mit uns Urlaub am Bauernhof, aber sie war auch ab und an eine wilde Hilde, die sich oft im Ton vergriffen hat, oder Meldungen schob und dabei oft vergaß, dass ich einen Migrationshintergrund habe.


Sie hatte jedoch auch eine liebenswerte Seite und daran möchte ich mich gerne erinnern, denn wäre sie noch am Leben, dann sehe ich sie voller Stolz vor einer ihrer Freundinnen sagen „Mei Enkelin hat a eigenes G’schäft und dort gibt’s nur Kramuri!“

In diesem Sinne, danke Oma, dass du für mich da warst! Ruhe in Frieden, bei deinen 9 Katzen, zwei Hunden und den ganzen Tauben, die du so gerne gefüttert hast.


In meinem nächsten Beitrag möchte ich euch dann etwas über die Nachhaltigkeit erzählen, und wie verzwickt das manchmal ist.





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