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Blog #4 Die Realität trifft mich wie ein Faustschlag ins Gesicht

Das gesamte Leben ist teurer geworden. Lebensmittel, Miete, Energie, Kredite und auch das Kramuri. Die Botschaft ist schon längst bei mir angekommen.

Ich erhalte laufend Infomails und Nachrichten über die Teuerungen, wie ein Newsletter den ich nicht abbestellen kann. Irgendwie fühle ich mich wie ein Fisch im Aquarium. Es ist ein kleiner Riss im Glas entstanden der immer größer wird. Ich weiß absolut nicht wie ich diesen Sprung reparieren kann. Oder besser gesagt, wo ich anfangen soll!


Das Grätzl in der Oberen Wieden ist in Aufruhr. Wir Unternehmer:innen wissen nicht mehr weiter. Was ich dringend brauche ist eine Stopp-Taste, denn ich rolle den Berg hinunter, ohne Bremsen und ohne Helm. Meine Fixkosten sind überall gestiegen und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind auch noch lange nicht überwunden. Mein Ziel für dieses Jahr war es, das Geschäft am Überleben zu halten, mit der Hoffnung, dass es irgendwann bessere Zeiten geben und sich die wirtschaftliche Lage bald beruhigen wird. Leider schaffe ich das nicht ohne fremde Hilfe und es geht nicht mehr so weiter. „Du bist die einzige die ich kenne, die das ehrlich ausspricht.“ , sagte mir eine liebe Kundin. Was hilft es mir denn stillzuschweigen? Ich weiß, dass ich mit dieser Situation nicht alleine da stehe. Die Gespräche mit anderen Kleinunternehmer:innen bestärken mein Empfinden.


Und dann gibt es die großen Fische da draußen. Jene die Ihr Aquarium entweder neu ausgestattet oder sich noch ein paar Zusatzbecken gebaut haben. Ich rede da nicht von jenen die Rücklagen gebildet haben und sich das deswegen leisten konnten sondern von jenen, die ordentliche Fördergelder abkassiert haben. Da spricht nicht der Neid in mir. Da spricht der Grant in mir und die Ungerechtigkeit die bei uns in Österreich herrscht! Ich habe eine kleine finanzielle Unterstützung letztes Jahr vom Staat bekommen. Hat auch echt lange gedauert, aber wisst ihr was ich damit machen konnte? Offene Rechnungen bezahlen und Schulden begleichen!


In meinen Augen habe ich ein gutes Konzept. Zu dieser Erkenntnis gelange ich, weil ihr mir das positive Feedback regelmäßig gebt. Dafür bedanke ich mich bei euch.

Mein Umsatz ist kontinuierlich gestiegen und doch bleibt am Ende des Tages nichts übrig. Angestellte habe ich auch nicht. Wo ist der Fehler? Die Antwort ist: die Haushaltsrechnung stimmt nicht. Es sind die hohen Fixkosten und Abgaben die mich auffressen!

Jetzt könnte man einfach behaupten, dass ich mir einen anderen Standort hätte suchen sollen, oder etwas kleineres. Der Bedarf hier im Grätzl ist aber sehr bescheiden. Zwar sehe ich hier einige leerstehende Geschäftsflächen, aber wohl niemanden der Interesse daran hat, diese auch zu vermieten. Ich bin momentan in einem Dilemma, dass ich zuviel Lagerfläche habe und logischerweise dafür zahlen muss und wegzaubern geht halt nicht.

Eines ist definitiv klar. Kramuri wird es in dieser Form und Weise , so wie ihr es gewohnt seid, nicht mehr geben. Das ist die bittere Wahrheit.

Wie gerne hätte ich das Sortiment aufgestockt. Als Nahversorger kenne ich den Bedarf meiner Kunden ganz gut. Ich selbst, lebe hier in Wieden. Sie müssten nicht online bestellen oder zu den überfüllten Einkaufsstraßen laufen. Ohne Ware kann ich aber nicht beraten bzw. verkaufen, denn die finanziellen Mitteln reichen einfach nicht aus.


Wie könnt ihr mich unterstützen?

Ihr könnt mir helfen, indem ihr die bestehenden Produkte bei mir kauft, damit ich vielleicht nur mit einem blauen Auge davon komme. Es gibt momentan keine Nach- bzw Neubestellungen mehr.

Wien braucht kein Kramuri. Das ist mir schon bewusst, dass ich nicht so wichtig bin. Wien braucht aber Menschen, die die Welt zu etwas besseren machen und das habe ich eigentlich vor gehabt.






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